Zuchtordnung und Merkmale Retromops
Für die Rückzucht zum ursprünglichen Mopstyp hat man sich ganz bewusst für einen in der Haustierzucht tradierten und durchaus bewährten Zuchtweg, nämlich die Einzucht einer Fremdrasse unter anschliessender Rückzucht auf die Rasse Mops entschieden. Dabei ist eine Rückkehr zum gemässigten Mopstypus in einem durchaus akzeptablen Zeitrahmen zu bewerkstelligen. Denn die Merkmale des Rassetyps gehören grundsätzlich zu den stark heritablen Merkmalen, die sich züchterisch durch gewissenhafte Selektion gut beeinflussen lassen.
Nicht unberücksichtigt bleiben durfte auch die Tatsache, dass viele Rassen den Retromops in seiner Physiognomie- und sei es auch erst in späteren Generationen- von dem Erscheinungsbild "Mops" wegführen würden, sei es durch eine extreme Grössenveränderung oder einer Veränderung des Haarkleides. Ausdrücklich untersagt ist nach der Zuchtordnung daher u.a. die Einzucht von besonders klein- oder grosswüchsigen Rassen oder solchen mit langem, gelocktem oder geschnürten Haarkleid.
Unter Abwägung der vorgenannten Gesichtspunkte wurde letztlich der Parson Russell Terrier zur Einzucht ausgewählt. Er gehört zu den wenigen Hunderassen die bislang nie ausschliesslich auf "Showschönheit" sondern immer auch auf Arbeitstauglichkeit sprich Leistung und damit zwangsläufig auf Gesundheit gezüchtet wurde. Er bietet körperlich genau das, was dem heutigen Mops abhanden gekommen ist!
Der Parson Russell Terrier  ist zudem als Familienhund ein beliebter, lustiger und intelligenter kleiner Begleiter- wie der Mops. Aus einer guten Zucht kommend und richtig geführt ist diese Rasse zwar lebhaft und agil, aber keinesfalls kopflos oder unkontrollierbar. Im Gegenteil, ein solcher Hund musste schliesslich "arbeiten"- was neben einer gewissen und nicht abzustreitenden terriertypischen Eigenständigkeit auch eine grosse Kooperationsbereitschaft voraussetzte.
Der Parson Russell Terrier  ist zwar ein Jagdhund, aber sein besonderer Jagdtrieb ist eine säuberlich züchterisch zu bewahrende Spezialisierung, die anderenfalls in kommenden Generationen verschwindet. Über die Einzucht einer diesbezüglich eher desinteressierten Rasse wie dem Mops wird eine solche Spezialisierung in kürzester Generationenfolge eliminiert. Übrig bleibt ein normaler Jagdinstinkt, den jeder Hund- auch ein Gesellschaftshund - in sich trägt und der erzieherisch sehr gut zu beeinflussen ist.
Skeptikern sei an dieser Stelle gesagt, dass züchterisch speziell zu pflegende Merkmale wie eine ausgeprägte Jagdpassion schon in den F1-Generationen weitestgehend verschwinden! Laut "Genetik der Hundezucht" (Malcolm B. Willis) ist die jagdliche Veranlagung rassenabhängig lediglich zu zwischen 10 und 30% vererbbar.
Die mittlerweile zu Hunderten auf den Markt geworfenen Mixe mit allen möglichen Rassen wie Cocker-Mops, Beagle-Mops, Chihuahua-Mops und Pudel-Mops erfahren dagegen keine Anerkennung als Retromops. Diese Hunde werden häufig als Retromops angeboten, was aber in keiner Weise dem Geist der Retromops-Zucht entspricht!